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Tränen und Verzweiflung

Ich drücke das Gaspedal ganz durch und brause durch die Dunkelheit. 140 km/h… 150 km/h. Langsam aber doch bewegt sich der Tacho nach oben. 160 km/h. Ich denke- was, wenn ich nun einfach von der Straße abkommen würde. Es würde so schnell vorbei sein. 170 km/h. Alles mit einem Schlag aus… die ganzen Probleme wären schlagartig gelöst. 180 km/h. Würde mich denn überhaupt jemand vermissen? Klar, meine Eltern- immerhin müssen auch sie sich 17 Jahre lang schon mit den Problemen auseinander setzen, die ich veranlasst habe. Wie lang würde es wohl dauern, bis sie mich vergessen würden? 1 Jahr? 2 Jahre? Vielleicht 5? 190 km/h. Was wäre mit meinen Freunden? Bestimmt wären sie 1 Woche später mit mir fertig – nach 2 Jahren würden sie aufhören, mich zu vermissen, nach 5 aufhören zu denken, dass ich jemals existiert hätte.
Was ist das bloß für ein Leben? Freunde, bei denen man sich nicht einmal mehr sicher ist, ob sie wirklich an einen glauben, einen unterstützen, ganz egal, um welches Vorhaben es sich handelt? Freunde, die immer wieder einen Grund vorschieben, um einen nicht treffen, anrufen bzw. zurückrufen zu müssen? Pah- alles nur Einbildung. Einbildung, dass einen jemand lieb haben könnte. Einbildung, dass jemand sich richtig um einen kümmert. Einbildung, dass es wirklich jemand gibt, der doch tatsächlich an einen denkt, einen einfach nur in den Arm nehmen will… Einbildung… existiert doch bloß aus dem einen Zweck- damit die Zeit bis zum Tode nicht noch qualvoller verläuft, als sie es ohnehin schon tut.
Ein letzter Blick auf den Tacho… 240 km/h… das wars dann wohl.

Zeilen, die ich unter Tränen schrieb… Tränen und Verzweifelt, fusioniert in einem Gefühl.
2.12.06 22:12
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


sternakind / Website (2.12.06 22:26)
Das Gefühl kenne ich. Trotzdem, mit der Zeit hast du dich verschätzt.
Sehr unterschätzt sogar.

Versuch dich wieder zu ordnen. Es wäre schade. Echt.

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